Transformation

Kurzfilm ‚Second Chances’ der Londoner Agentur Truant

Nicht jeder Glückliche erhält so einfach eine zweite Chance. Zweite Chancen sind so leicht nicht beizukommen. Selbst dieses Video ist kein Beispiel einer zweiten Chance. Es behält ja die gewohnten vorpandemischen Verhaltensweisen der Werbebranche bei, die es in einer zweiten Chance zu überkommen gäbe.

Das Video begnügt sich in vorpandemischer Verhaltensweise damit ein Problem aufzuzeigen, anstelle es (auf der Stelle) zu lösen.

Die Londoner Agentur Truant frägt die Zuschauer in ihrem Kurzfilm, darüber nachzudenken wie sie sich verändert haben werden, wenn sie aus der Quarantäne herauskommen und ob sie daran arbeiten werden eine bessere Zukunft jenseits der Pandemie zu schaffen.

Im Ansatz gut gedacht und als Predigt beeindruckend gut gemacht, vergibt die Agentur die zweite Chance es zu tun anstelle es lediglich anzuzeigen oder anzuprangern. Denn wie wir seit Gareth Kay wissen, ist es nicht länger was wir (die Werber) tun, aber was die Leute (die Werbeempfänger) damit tun.

Die Leute haben Probleme, Unternehmen sind dazu da Lösungen für der Leute Probleme zu finden. In unserer postdigitalen Phase haben Agenturen und die von ihnen betreuten Unternehmen Gelegenheit, mittels Partizipationsmarketing, die Leute mit ihrer Werbung zu involvieren und an der Lösung von Problemen zu beteiligen.

Steigerung der Wirkung von Werbung heute

Etwas erzählen (anzeigen) → Etwas demonstrieren (zeigen) → Es tun (erfahren)

Beispiele erfolgreicher kommerzieller ‚Ideen die tun‛ von vor 10 Jahren
Kunden generierte Inhalte auf der neuen Burberry Site
Kunden generierte Inhalte auf der neuen Burberry Site
Art of the Trench-Detail


Montag vergangener Woche stellte Burberry seine soziale Netzwerk Site, The Art of the Trench mit 611 Besucher am Tag vor.
Chefin Angela Ahrendts und Kreativ Direktor Christopher Bailey wollen die Traditionsmarke für die, der in Rente gehenden Baby Boomers, nachwachsenden Generation und berufstätigen Frauen ins Gespräch bringen.

Dabei orientiert sich Frau Ahrendts auch am Verhalten ihrer 3 Töchter, die viel Zeit im Netz verbringen und größtenteils ihre Einkäufe via Internet erledigen.

Begeistert vom Burberry Beat [The Kooks], suche ich Ana Andjelic unter den vielen Regenmänteln. Die New Yorker Marketing Strategin arbeitet an Beiträgen für newadvertising.org, die Englischsprachige Schwester-Site zu dieser hier.

Werkzeugleiste zu den von Besuchern generierten Photographien
Werkzeugleiste zu den von Besuchern generierten Photographien


Laut einem New York TImes Artikel zum Thema, sehen die Zahlen gut aus für Burberry. Mit amerikanischem Geschäftssinn, scheucht Angela Ahrendts die Londoner Tradtionsmarke aus dem Elfenbeinturm zurück auf die Strasse. Ihre Strategien und das reife Gespür des jungen Christopher Bailey machen sich bezahlt:

  • Burberry freut sich über 699,000 Facebook Fans
  • Twitter und YouTube bringt die Traditionsmarke ins Gespräch bei der den Baby Boomers nachrückenden Generation.
  • Stark reduzierte Abhängigkeiten von Kaufhäusern
  • Eigener Direktversand hat den Grosshandel als größte Einnahmequelle abgelöst
  • Mit 95 Jahren ist der Burberry Regenmantel allemal das am meisten gekaufte Produkt
Tochter Elizabeth in ihrem Burberry Duffel Coat
Tochter Elizabeth mit ihrem Burberry Duffel Coat
"We are now as much a media-content company as we are a design company."
\“We are now as much a media-content company as we are a design company.\“ Christopher Bailey, CCO of Burberry. Take notice of that thinking.
Edward Boches on twitter Sep 13, 2010<7em>
Schnauzer als angloamerikanischer Tippfehler auf der Kampagnen Webseite

„Es ist nicht das, was wir tun, sondern das was Leute mit dem tun was wir tun.”

Eine Idee die tut wurde von Gareth Kay geprägt und mich freut Ihnen eine solche Idee seitens der Hundefuttermarke Güd näher bringen zu dürfen.

Zusammen mit dem brasilianischen Tierschutzverein NGO “Clube dos Vira-Latas” wurde „Rescue Dogz” gestartet. Von J. Walther Thompson Brasilien gemacht, nutzt die Kampagne die so weit verbreiteten Tippfehler bei der Google Sucheingabe von Namen reinrassiger Hunde.

Jedes Mal wenn jemand einen Rassehund sucht und den Namen falsch eingibt, zeigt Rescue Dogz einen Mischlingshund unter der falsch eingegebenen Suche und eine Anzeige bewirbt den Mischling als kostenlos. Beim Anklicken wird der Nutzer auf die Kampagnenseite weitergeschickt, somit erhält der Mischling die Chance gesehen und adoptiert zu werden.

Alle hier wurden bereits adoptiert

Bei 2.3 Millionen Suchen pro Sekunde, werden so einige falsch geschriebene Rassehunde dabei sein, die so einigen ausgesetzten Promenademischungen unverhoffte Sichtbarkeit und womöglich ein neues Heim verschaffen.

Eine Idee die tut1 setzt die aktive Teilnahme der Beteiligten voraus und hat diese zum Ziel. In ihrer Ausführung soll die Idee höchst unmittelbar und praktisch anwendbar sein.

McDonalds setzte in den vergangenen Monaten eine solche Idee die tut mit gutem Erfolg auf dem dt. Markt um. 5 Burger Favoriten wurden in einem Crowdsourcing Verfahren von den Teilnehmern gewählt. Die McDonalds Kundschaft gestaltet sein eigenes McDonald Produkt zum eigenen Verzehr. Die Rolle des McDonald Unternehmens beschränkt sich auf die des Ermöglichers. Die Mittel werden bereitgestellt. Eine Idee die tun soll, wurde von McDonalds organisiert und verwaltet. Bestätigung finden die Teilnehmer nicht durch Geldbelohnung aber indem, der von ihnen gestaltete Burger auf den Markt kommt. Wir leben im Zeitalter von Ideen die tun. Mir gefällt auch, dass die Markenwebsite mit seinem einfach zu bedienenden Burgerkonfigurator die zentrale Plattform darstellt. Eine Sozialmedienkampagne ohne Facebook. Bravo. Ab sofort sind in Abfolge 5 neue Burger bei McDonalds zu haben. Bürger Burger.

Burgerkonfigurator
Burgerkonfigurator © 2011 McDonald Deutschland

Verantwortliche Kreativ-Agentur der Aktion „Mein Burger“ ist Neue Digitale / Razorfish in Berlin, die TV- und Hörfunkspots kommen von Heye & Partner in Unterhaching. Produziert wurden die Spots in München bei E+P Commercial, die Mediaplanung übernimmt Heye OMD, ebenfalls München. Alexander Schramm, Director Corporate Affairs McDonald’s Deutschland Inc. gab 2008 die Zusammenarbeit mit Neue Digitale bekannt.

WuV meldet am 14.11 eine Neuauflage der „Mein Burger‟ Aktion, hier zu lesen.

Mein Burger—Wie? Gand! Interactive Blog


  1. Idee die tut wurde von Gareth Kay, Goodby Silverstein & Partners geprägt.[]