Unabdingbar notwendige Metamorphose von Mensch u. Marke

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Für gewöhnlich meidet die grüne Heuschrecke Gesellschaft, also Ansammlungen vieler Heuschrecken. Sie hüpft lieber auf sich belassen, auf eigenes Risiko durchs Gras und ist dort vor Fressfeinden geschützt durch ihr grünes Äusseres. Ein Party-Pooper. Wissenschaftler vom Cambridge Institut haben hierzu Tests durchgeführt und meinten scherzhaft: „Was glauben Sie denn was wir im Cambridge Institut tun? Wir streicheln der grünen Heuschrecke hinteren Gliedmaßen.”

Die Wissenschaftler simulieren somit was geschieht, wenn die grüne Heuschrecke sich auf engem Raum mit anderen Heuschrecken befindet. Die Beinchen werden ständig von den Beinchen anderer Heuschrecken berührt, das lässt sich inmitten der Menge nicht vermeiden. Alsbald fühlen sich die Heuschrecken von einander angezogen, sammeln sich zu Schwärmen und schwärmen zu Millionen aus auf der Suche nach Futter. Die Bibel weiß davon Geschichten zu erzählen.

Wie jeder weiß nennt sich dieser Vorgang Metamorphose und ist am Beispiel Heuschrecke ein weniger drastischer Vorgang als bei den bekannteren Schulbeispielen der Metamorphosen von Raupen die sich in Schmetterlinge verwandeln oder Kaulquappen die sich in Frösche verwandeln.

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Ein Lebewesen hält plötzlich inne um sich scheinbar selbst zu zerstören und als vollkommen neues Geschöpft wieder herzustellen.

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Die ‘Metamorphosen’ sind das Opus Magnum Ovids und gelten neben der ‘Aeneis’ Vergils als das bedeutendste literarische Werk der römischen Antike. Die rund 250 Verwandlungssagen, die Ovid in seinem epischen Gedicht verarbeitet hat, sind von berauschender stofflicher Vielfalt und reichen bis zu den Mythen der Urzeit zurück. Die unerhört lebendige Anschaulichkeit, mit der die Verwandlungen von Göttern und Menschen, Tieren und Pflanzen geschildert werden, machen die ‘Metamorphosen’ zu einem der schönsten Bücher der Weltliteratur.

C. H. Beck Verlag, München

Metamorphosen und weshalb die Menschheit sich diesen Tricks bedienen sollte

Neben Ovid’s vor 2000 Jahren verfasstem Epos, der von einem Mann erzählt der zum Werewolf wird und einer Frau die sich in einen Baum verwandelt, klärt die Beschäftigung mit der Frage warum eine Raupe sich in einen Schmetterling verwandelt womöglich die unausweichliche Notwendigkeit einer globalen Transformation.

Die Raupe erweitert ihre Reichweite an Fressen zu gelangen indem sie sich als Raupe zürück läßt und zum Schmetterling wird. Der Frosch erweitert seinen nahrungsbedingten Lebensraum von auf unter Wassernahrung reduziert auf an der Luft lebenden Insekten. Indem er sich als Kaulquappe zurück läßt, kann er sich als Frosch sowohl im Wasser als auch an der Luft ernähren.

Als Mensch wissen Sie unterbewusst längst und durch das durch digitale Medien erweiterte und verfügbar gewordene Wissen auch rational und Fakten unterstützt, daß eine Metamorphose überfällig ist und die Transformation von Mensch und Gesellschaft für den Erhalt des Lebensraumes unausweichlich wurde und immerhin unweigerlich neugierig macht.

Warum dann tun wir uns so schwer mit der Metamorphose beim Menschen?

Eine Erzählung Franz Kafka’s von einem Mann der zum Käfer wird, macht es greifbar. Er ist an seinen verhaßten Beruf gewöhnt in dem er bis zur Erschöpfung arbeitet. Das ist ihm vertraut und plötzlich wird ihm diese Identität genommen. Kafka’s Erzählung ist nicht die einzige dieser Art und die Metamorphose wird dem Menschen in der Literatur auch nicht immer aufgezwungen. Als der angesehene Dr. Jekyll einen Zaubertrank einnimmt um sich in den abscheulichen Mr. Hyde zu verwandeln, ist diese Veränderung zwar furchteinflößend aber auch selbstverschuldet.

Es ist die Verwandlung von einem Individuum mit demselben genetischen Code das ein ganz anderes Verhalten zeigt. Und das ermöglicht eine ganz anderer Lebensweise. Auch wir Menschen verändern unser Verhalten als Reaktion auf unsere Umwelt. Der Unterschied einer biologischen Metamorphose und einer eher metaphorischen Sicht der Schriftsteller scheint für Melone kleiner geworden zu sein. Er glaubt unserer Metamorphose sei geistiger Natur. Wir ändern unsere Lebensweise mit Hilfe unseres Verstandes. Wir sind guter Dinge, unsere Metamorphose ist eine radikale Version der Verwandlung der Heuschrecken. Wir beide verändern unser Verhalten. Aber der entscheidende Unterschied ist das wir unsere Verwandlung selbst herbeiführen.

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Dokumentarfilm von David Malone ©ARD-alpha 52 Min.

Serotonin
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Längst behilft der Mensch sich der Sozialmedien für den schnellen Austausch von Informationen, für die Konversation und beiläufigem Geplänkel. Gerade so wie es kommt, daß die grüne Heuschrecke die Artgenossen meidet, durch Reibung auf engem Raum mit vielen Artgenossen alsdann deren Gesellschaft sucht—, läßt der Mensch den Interaktionen der Sozialmedien ausgesetzt, sich in der ihm zugestandenen Sicherheit der Privatsphäre zurück und zeigt mit demselben genetischen Code ein ganz anderes Verhalten auf.