Studenten in Stockholm feiern letzte Woche den Abschluss ihrer Sekundarstufe. Zusammenkünfte von mehr als 50 sind verboten.
Studenten in Stockholm feiern letzte Woche den Abschluss ihrer Sekundarstufe. Zusammenkünfte von mehr als 50 sind verboten.

Andres Kudacki für die New York Times

Während die New York Times Deutschland als Anomalie in der Covid-10 Pandemie bezeichnete und Präsident Trump drolliges von sich gab, als er Amerika’s Gesundheitssystem als ‚fast so gut, oder vielleicht besser als das deutsche’ bezeichnete gilt das Interesse Schweden.

Das Land war ein Ausreißer in Europa, das seinen Bürgern vertraute, die Protokolle freiwillig zu befolgen. Viele haben es nicht getan, aber es scheint ihnen nicht wehgetan zu haben.

  • Sonnenbadende am Strand Sickla in Nacka, am Rande von Stockholm.
  • Picknicker in Stockholm letzte Woche. Schweden hat keine begrenzte Parkbenutzung und Bars und Restaurants sind offen geblieben
  • Nach einem langen Winter in der Sonne. Mindestens eine Person in Stockholm gehorchte den sozialen Distanzregeln.
  • Mehr als ein Viertel der Bewohner von Stockholm wird bis Mai infiziert sein, sagten Beamte der öffentlichen Gesundheit.
  • Götgatan Straße in Sodermalm, Stockholm. Schweden hat für den öffentlichen Verkehr keine Grenzen gesetzt
  • Essen in einem Restaurant in Stureplan, Stockholm, am Freitag.
  • In einem Brief an eine der prominentesten schwedischen Zeitungen, Dagens Nyheter, beschuldigten 22 Wissenschaftler die öffentliche Gesundheitsbehörde der Fahrlässigkeit.

Andres Kudacki für die New York Times

Auch wenn ich nie genau wusste warum, haben sich seit der Volksschulzeit Nordländer wie Schweden als erstrebenswert fortschrittlich dem Starnberger See Bewohner eingeprägt. Das hat sich neben der ebenso inhärenten Gewissheit der Geltung Italiens für gute Gestaltung und die der Briten für Promotion bis hin zur Entwicklung von Digitalem nicht geändert. Schweden ist König bewunderten Verhaltens.

Und noch eins bevor es zur Sache geht…

Nach der erste Woche der Medienberichte zum Ausbruch einer Epidemie war anhand der sich exponential von einem Tag auf den anderen entwickelnden Zahlen ersichtlich, es handle sich uch um eine Epidemie, die es also wahrzunehmen gilt. Von hier an unterschied sich das Verhalten der Länder in Folge solcher Wahrnehmung weltweit. Mit Ausnahme von China fand eine Wahrnehmungen im Februar nicht statt, die Sensationsmeldungen verbreiteten sich exponential mit dem März und schon bald übertönten die Meldungen alles sonstige was noch so geschah.

Mit Respekt den um Coronaopfer trauernden Familien und Freunden gegenüber war es erfrischend nicht länger jedem Tweet Donald Trumps und Stelldicheins über Heidi Klum und Tom Kaulitz in nahezu Echtzeit serviert zu bekommen. Mit den auferlegten Ausgangssperren erholten sich Natur und Tierwelt zusehend und erstaunlich unmittelbar.

Während andere Länder auf die Bremse traten, hielt Schweden seine Grenzen offen, erlaubte Restaurants und Bars, weiter zu dienen, ließ Vorschulen und Schulklassen in Sitzungen und setzte den öffentlichen Verkehrsmitteln oder Ausflügen in lokalen Parks keine Grenzen. Friseure, Yogastudios, Fitnessstudios und sogar einige Kinos sind noch offen geblieben.

In Schweden ist das Vertrauen groß — in Regierung, Institutionen und in andere Schweden. Als die Regierung sich der konventionellen Weisheit widersetzte und sich weigerte, einen Großhandelsstop zur „Abflachung der Kurve“ der Coronavirus-Epidemie anzuordnen, wiesen Beamte der öffentlichen Gesundheit auf Vertrauen als Rechtfertigung.

Das ist so ziemlich alles. Es gibt fast keine Geldstrafen, Polizeibeamte können die Menschen nur bitten sich zu verpflichten. Fußgänger mit Mund- und Nasenschutz werden angestarrt, als wären sie gerade vom Mars gelandet.

Nach den ersten Anzeichen der Pandemie entschied die schwedische Behörde für öffentliche Gesundheit, dass ein Shutdown sinnlos wäre. „Wenn man sich in einen Shutdown begiebt wird es schwierig wieder herauszukommen“, sagte der Staatsepidemiologe des Landes, Anders Tegnell. „Wie dann wieder eröffnen? Wann?“

Thomas Erdbrink und Christina Anderson

Zu aller Entlastung will ich erwähnen das zu allen Zeiten, beides, Selbstvertrauen und Gottvertrauen eine feine Sache ist, wenn nämlich einen das Selbstvertrauen verlassen sollte, Gottvertrauen einsetzt und die Stelle voll ausfüllt.