Echosmith – Lonely Generation

Junge Menschen werden, wenn ich Medienuntersuchungen und Statistiken der Werbefachpresse glauben will, abschließend oft als faul beurteilt. Sie hören von ihnen als GenY, -Z, oder Millennials.

Auch ohne hier den empirischen Nachweis zu erbringen ist doch auffälliger und geradezu offensichtlich ein Gefühl einsam zu sein, wie eine Volkskrankheit ausgebrochen inmitten einer Luxusgesellschaft wie die dt. Gesellschaft eine ist.

Ein Gefühl einsam zu sein ist also nicht alleine den nachrückenden Generationen gegönnt.

Warum sollten Sie nicht gerne alleine sein, es ist nicht weniger vorteilhaft und vergnüglich als sich in Gesellschaft zu bewegen.

Einer ähnlich unbegabten Beobachtung mag entsprungen sein, eine Generation der Faulheit zu bezichtigen. Zum einen ist es herrlich schön, faul zu sein, es bedingt Können faul sein zu können.

Anderseits ist von Berichten die Rede, die den Anschein erwecken, dass ein nicht unbeachtlicher Teil dieser Jugend die Absicht hat mit 30 in Rente zu sein und sie es sich auch zu genehmigen verstehen.

Ein ohne Kontextuntersuchung entlehnter u. aus dem englischen
übersetzter Tweet einer Graphik von Steve Conover Ph.D.

Ich bin froh vermelden zu können, dass ich in einer Münchner Nachbarschaft von vornehmlich jungen Menschen lebe, die allesamt fröhlich grüßen und mir einen guten Eindruck machen, ich also die Gesellschaft junger, schöner Menschen geniesse, wenn auch sie die überhand nehmende Gen­t­ri­fi­zie­rung zu Verantworten haben.

Nicht weniger froh vermelde ich, dass paradoxerweise der österreichische Wirt vorne neben dem Tor zur Strasse von Gästen überrannt wird, die nichts mit den jungen, gepflegten Menschen in dieser hübschen Ecke Münchens zu tun haben und auch keine Schuld tragen an der Gen­t­ri­fi­zie­rung. Es sind ganz gewöhnliche Leut‘ und nicht die in engen Latexhosen radelnden Lesben, die hier die Fahrradwege dominieren, aber ein Verhalten bewahren, wie es nur den über 50-jährigen Münchnern in prägender Erinnerung geblieben sein mag. Der Stammtisch ist oft von blendend gelaunten Blinden der nahen Blindenschule besetzt. Es gibt Schnitzeltage, Bauernentenabende und zu Mittag an allen Werkstagen eine gute Portion Schweinebraten.

Ähnlich alt-normal ist auch das Publikum der ebenfalls herausragenden Küche im nahen Jagdschlössl, an die weit bekanntere Münchner Küchen nicht herankommen. Das Jagdschlössel ist ausgerechnet in einer erweiterten, aufgehübschten Bau-, Schul- oder verlassenen Militärbaracke untergebacht, so macht es den Anschein, bleibt aber ein Schlössl mit Seltenheitswert. Es gibt Steckerlfisch von Fischer-Vroni.

Ob nun der Einzug der Hipster, oder aber alt-normal (geschert) bei Ihnen als normal beurteilt wird, müssen Sie wissen, ich bin für gewöhnlich auf Seiten allen Neuens, die gescherten Münchner sind am gehen, die Hipster am kommen.

Der Quell des gefühlten Einsam seins ist der Fragmentierung zu danken und dem Umstand, dass kein Zusammenschluss in Aussicht steht einem gemeinsamen Feindbild zu entgegnen.

Dumm, denn das richtige Feindbild ist nicht länger ein sozial-demografisches, aber ein das Wohl und Weh auf der Erde zunichte machender Klimawandel, den zu verhindern einen globalen Zusammenschluss bedingt.